DRK-Suchdienst fotografiert alte Personalkarten in Bomlitz

20060710 Griefahn bei Suchdienst
 

In der Gemeinde Bomlitz waren während des Krieges zahlreiche Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt, größtenteils in der Eibia, wo sie für die Rüstungsindustrie tätig waren. Vor Ort beschäftigt man sich schon seit einigen Jahren mit der geschichtlichen Aufarbeitung dieser Zeit. Jetzt sind zahlreiche Personalkarten der Gemeinde Bomlitz sowie Akten im Krankenhaus Walsrode systematisch elektronisiert worden, um die vorhandenen Daten zu sichern.

Kürzlich hatten zwei Mitarbeiterinnen des Internationalen Suchdienstes in der Cordinger Mühle Quartier bezogen und alle Personalkarten und Akten fotografiert sowie in alten Aufzeichnungen über Arbeitseinsätze nach den Namen von Fremd- und Zwangsarbeitern gesucht. Bei ihrem Besuch in Bomlitz informierte sich die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn vor Ort über die Aktion. „Es wird Zeit, dass die Karten fotografiert werden“, erläuterte eine Mitarbeiterin des Suchdienstes. „Bei einigen braucht man nur eine Ecke anzufassen und schon hat man sie in der Hand, weil das Papier brüchig wird.“ Auf die fotografierten Unterlagen hat künftig nicht nur das DRK als betreuende Einrichtung Zugriff, sondern auch die Gemeinde Bomlitz.

„Wenn man jetzt nicht dabeigeht, geht vieles verloren“, stimmte auch Thorsten Neubert-Preine zu, der an der geschichtlichen Aufarbeitung beteiligt ist. „Das Fotografieren ist eine Möglichkeit des Erhalts dieser wichtigen Daten, die später auf CD genommen werden.“ Zunächst seien Freiwillige nach Bomlitz gekommen, später ausländische Arbeiter, die in die Lager vor Ort kamen. Sie waren meist für den Einsatz in der Eibia „zugeteilt“ worden. Monika Griefahn war erstaunt über die große Menge der Personalkarten. „Es ist gut, dass diese Daten dem Suchdienst zugänglich gemacht werden. Vielleicht kann dadurch doch noch das eine oder andere Schicksal aufgeklärt werden.“

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